29. November 2018

„Technik setzt sich durch“

4. Sparkassen Agrarforum in Werlte zum Thema Digitalisierung

Werlte. Am Mittwoch, den 21. November 2018 wurde im TrailerForum der Firma Krone in Werlte mit rund 200 Gästen über das Thema Digitalisierung in der Landwirtschaft diskutiert: Überwiegen die Chancen für die Landwirte und welche Risiken sind zu beachten? Uwe Mohr, Leiter der Abteilung Tierhaltung an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf, stellte diverse Ergebnisse aus Tests vor, die in Triesdorf über digitale Technik durchgeführt worden sind. Insgesamt hat die Lehranstalt Triesdorf 26 Sensoren und einen Fütterungsroboter sowie einen Melkroboter im Einsatz. Messbar werden somit sehr viele Indikatoren wie z.B. Körpertemperatur, ph-Wert, Wiederkau- sowie Bewegungsaktivität der Milchkühe. Diese Indikatoren seien für den Landwirt sehr hilfreich, um die Gesundheit seiner Herde zu überwachen. „In Zukunft werden die Landwirte Herden- und Datenmanager sein“, so Mohr in seiner Präsentation. Er betonte ebenfalls, dass nicht jedes „digitale Helferlein“ auch auf jeden Betrieb passe. Es müsse individuell geprüft werden, welche digitale Technik das Optimum für den Betrieb biete. Für Herrn Mohr überwiegen die Vorteile der Digitalisierung. Die frühzeitige Erkennung von Krankheiten der Tiere erziele ein höheres Tierwohl und sorge gleichzeitig auch für eine bessere Einzeltierbetreuung. Ebenso die effizientere Arbeitsplatzgestaltung verbessere den Arbeitsalltag eines Landwirts. Als Risiken der Digitalisierung sehe er die oftmals schlechter-verfügbare digitale Infrastruktur in den ländlichen Räumen. Auch die Ablehnung der Verbraucher gegenüber der Digitalisierung in der Landwirtschaft nannte Mohr als Risiko. „Wir müssen der Gesellschaft die Vorteile der Digitalisierung vermitteln“, betonte Mohr. Auch in der folgenden Podiumsdiskussion, an der Uwe Mohr, „Hausherr“ Bernard Krone, Stefan Teepker, Landwirt aus Handrup sowie Lambert Hurink, VEL-Hauptgeschäftsführer, teilnahmen, wurde über die Risiken der Digitalisierung diskutiert. Besonders das Thema Datenhoheit beschäftigte die Experten-Runde sehr. Einige Landmaschinenhersteller, darunter auch Krone, haben das Problem erkannt und die hersteller-unabhängige Plattform agrirouter entwickelt. Mit dieser Plattform verbleibt die Hoheit der Daten weiterhin beim Landwirt. Er entscheidet, was mit seinen Daten passiert und wie er diese auswerten lässt. Landwirt Stefan Teepker beschreibt, wie sich der Arbeitsalltag auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb immer digitaler entwickelt hat. Seit einigen Monaten läuft sogar die Mitarbeitererfassung digital ab. Dafür „stempeln“ die Mitarbeiter per Fingerabdruck bei Arbeitsbeginn ein. Jeder Mitarbeiter habe einen digitalen Überblick über seine Arbeitstage, Krankheitstage sowie Urlaubstage. Auch in der Ausbildung und dem Studium müsse die Digitalisierung besser integriert werden, so das Fazit der Diskussionsrunde. Die Sparkasse Emsland und die VEL wollen auch im nächsten Jahr wieder ein aktuelles Thema aus dem Agrarbereich in ihrem Forum beäugen.